Gesund atmen – so unterstützen Sie Ihren Körper
Wir atmen ganz selbstverständlich und schenken der Atmung im Alltag oft kaum Beachtung. Dabei ist diese weit mehr als nur Sauerstoffversorgung. Eine bewusste und richtige Atmung kann helfen, Stress zu reduzieren, die Leistungsfähigkeit zu steigern und das körperliche wie mentale Gleichgewicht positiv zu beeinflussen. In der Rehabilitation kommt der Atmung eine zentrale Bedeutung zu, da sie die Belastbarkeit während der Therapie fördert und die Regeneration nach körperlicher Anstrengung unterstützt.
Viele Menschen atmen jedoch unbewusst über den Mund und zu flach, zu schnell oder unregelmäßig. Die gute Nachricht: Mit einfachen Übungen lässt sich die Atmung gezielt wahrnehmen, regulieren und eine vertiefte Atmung in den Alltag integrieren. Wir haben die wichtigsten Tipps unseres Therapeuten hier für Sie zusammengefasst.
Was passiert beim Atmen im Körper?
Tipps für eine optimale Atmung
- Durch die Nase atmen,
- so wenig wie notwendig,
- gleich lang ein- und ausatmen,
- Zwerchfell aktivieren.
Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel. Nasenatmung und Entspannungstechniken ermöglichen, die vielfältigen Funktionen dieses Muskels zu optimieren und chronische Verspannungen verbundener Strukturen zu lösen.
Warum die Nasenatmung so wichtig ist
Atementspannungstechniken
Dauer: 2-5 Minuten
Ausgangsstellung:
- Bequemer Sitz, Oberkörper aufrecht, wenn möglich Augen schließen
- Nehmen Sie sich ein bis zwei Minuten, um zur Ruhe zu kommen.
- Eine Hand liegt auf der Brust, die andere auf dem Oberbauch, um die Bewegung des Zwerchfells wahrzunehmen.
Der Atem im Brustraum:
- Lenken Sie die Aufmerksamkeit zur oberen Hand am Brustkorb. Spüren Sie den Atem.
- Einatmung: Der Brustkorb hebt sich. Ausatmung: Brustkorb senkt sich. Es geht nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern nur ums Wahrnehmen.
- Beobachten Sie dies für einige Atemzüge.
Der Atem im Bauchraum:
- Richten Sie die Aufmerksamkeit nun auf die untere Hand am Bauch.
- Spüren Sie, wie sich der Bauch beim Einatmen hebt und der Hand entgegenkommt.
- Beim Ausatmen senkt er sich wieder.
- Beobachten Sie dies ebenfalls für einige Atemzüge.
Beide Atemräume zugleich:
- Nehmen Sie Brust- und Bauchraum gleichzeitig wahr.
- Spüren Sie den Atem im oberen und unteren Atemraum.
- Wichtig: nicht aktiv steuern, sondern nur beobachten
Den oberen Atemraum zur Ruhe bringen:
- Lassen Sie den Atem so fließen, dass sich der obere Atemraum kaum oder nicht bewegt.
- Die Brust wird ruhig, die Atmung verlagert sich in den Bauchraum. Der Bauch darf sich zur Seite ausweiten.
- Veränderungen im Atemrhythmus sind völlig in Ordnung.
In die Ausatmung entspannen und in die Einatmung kommen lassen
- Lassen Sie sich bewusst in die Ausatmung sinken – entspannen, loslassen, „nach Hause kommen“.
- Wichtig: Die Einatmung erfolgt von selbst, ohne aktives Zutun.
- Versuchen Sie, dem Lufthunger nicht nachzugeben, sondern sich bewusst zu entspannen.
Beenden der Übung:
- Kehren Sie langsam zurück.
- Vermeiden Sie bewusst große Atemzüge.
- Lassen Sie die Atmung von selbst in ihren natürlichen Rhythmus zurückfinden.
Das Bild eines sinkenden Ankers hilft dabei, nach der Ausatmung eine ruhige wohltuende Pause zu machen - Moment der Atemstille und des Ausruhens.
Dauer: 2-5min
Zur Ruhe kommen
- Sitzen Sie bequem, schließen Sie – wenn möglich – die Augen. Die Hände können auf Brust und Bauch oder entspannt auf den Oberschenkeln liegen
- Atmen Sie durch die Nase und erlauben Sie dem Atem, von Ausatmung zu Ausatmung ruhiger zu werden. Die Bewegung im Brustkorb darf dabei immer sanfter werden oder ganz zur Ruhe kommen.
- Die Atemaktivität kommt nur aus dem Bauch oder Zwerchfellraum. Der Atemrhythmus ist nicht entscheidend – lassen Sie ihn einfach fließen.
Der Anker
- Stellen Sie sich nun einen Anker vor, der mit der Ausatmung sachte auf den Meeresgrund sinkt und sich mit der Einatmung wieder hebt.
- Lassen Sie das in einem angenehmen Tempo geschehen, ohne innerlich zu zählen oder an andere Dinge zu denken, die den Atemrhythmus vorgeben.
- Erlauben Sie Ihrem Atem, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Am Meeresgrund gibt es eine kurze Pause. Sobald der Impuls zur Einatmung kommt, atmen Sie ein und der Anker steigt wieder.
- Erleben Sie die Ausatmung als Loslassen, als Ankommen und Ausruhen.
- Mit der Einatmung beginnt die Reise von Neuem. Wiederholen Sie diese Übung einige Minuten lang.